Pflanzenkläranlagen: Abwasser reinigen wie die Natur
Eine Pflanzenkläranlage – auch Naturkläranlage genannt – ist ein bepflanzter Bodenfilter, der Abwasser ohne Chemie und ohne Strom reinigt: wie am Schilfsaum eines naturnahen Gewässers. Wir planen, genehmigen und begleiten den Bau solcher Anlagen für 4 bis 500 Einwohnerwerte – von Lich in Hessen aus, im gesamten D-A-CH-Raum.
300+
realisierte Projekte seit 2016
über 99%
Genehmigungsquote aller eingereichten Planungen
Null
Geruchsbeschwerden bei allen Anlagen
Jahrzehnte
Betriebsdauer einer Anlage
Funktionsweise
Wie eine Pflanzenkläranlage funktioniert

Eine Pflanzenkläranlage reinigt Abwasser in fünf Schritten: Bakterien, Substratkorn und Pflanzenwurzeln arbeiten zusammen – ohne Chemikalien, ohne Stromaggregate, ohne mechanische Bauteile, die ausfallen können.
Das Rohwasser läuft in eine Vorklärgrube. Feststoffe setzen sich ab.
Das vorgeklärte Abwasser wird schwallweise über perforierte Rohre auf das bepflanzte Beet geleitet.
Der Filterkörper wird horizontal oder vertikal durchströmt.
Biologischer Rasen am Substratkorn, Schilf-Rhizome und wurzelassoziierte Bakterien bauen die Inhaltsstoffe ab. Hohles Röhricht trägt Sauerstoff ein.
Das gereinigte Wasser verlässt die Anlage in versickerungs- oder brauchwasserfähiger Qualität.
Wie wir ein Projekt in sieben Phasen von der Erstberatung bis zur Inbetriebnahme führen, lesen Sie auf der Planungsseite.
Bauarten
Varianten: eine Anlage, fünf Wege
Welche Bauart passt, entscheiden Grundstück, Gefälle, Grenzwerte und Nutzung. Wir legen die Variante in der Erstberatung gemeinsam fest.
Vertikalfilter (Standard)
Das Abwasser wird schwallweise von oben aufgegeben und sickert senkrecht durch den Filterkörper. Kompakt im Flächenbedarf, mit hohem Sauerstoffeintrag – unsere Standardbauweise.
Horizontalfilter
Das Wasser durchströmt das Beet waagerecht von einer Seite zur anderen. Robust und für bestimmte Standorte die passende Wahl – bei geeignetem Gefälle vollständig stromfrei.
Zweistufige Anlage
Zwei Filter in Reihe erhöhen die Reinigungsleistung – für Schutzgebiete und Standorte mit strengen Einleitwerten, etwa im Karst.
PKA + Vererdungsbeet
Ein kombiniertes System: Das Vererdungsbeet verarbeitet den Schlamm aus der Vorklärung vor Ort zu Humus – die Schlammabfuhr entfällt.
Aktivkohle-Integration
Eine integrierte Aktivkohlestufe bindet Mikroschadstoffe im Ablauf – für Standorte mit erhöhten Anforderungen an die Wasserqualität.
Einsatzgebiete
Für wen wir Pflanzenkläranlagen planen
Privathaushalte
Wohnen im Außenbereich, behördliche Auflage, keine Kanalanbindung – eine Lösung, die sich ins Landschaftsbild einfügt.
Landwirtschaft
Produktionsabwässer aus Melkhaus, Käserei, Schlachterei oder Weinbau – mit Möglichkeit zur Eigenleistung beim Bau.
Gewerbe & Gastronomie
Hotels, Eventlocations, Reitanlagen: saisonale Spitzenlasten, besondere Standortauflagen, Geruchsfreiheit gegenüber Gästen.
Kommunen
Klärwerksertüchtigung und Mischwasserentlastung für Gemeinden und Ortsteile bis rund 1.000 Einwohnerwerte.
Wirtschaftlichkeit
Was der Betrieb einer Pflanzenkläranlage kostet
Die Betriebskosten einer Pflanzenkläranlage liegen bei 150 bis 300 Euro pro Jahr für einen Haushalt mit acht Einwohnerwerten – eine SBR-Anlage gleicher Größe kostet 290 bis 470 Euro jährlich. Investitionskosten kalkulieren wir individuell nach Standort, Größe und Genehmigungsaufwand – Pauschalangebote ohne Standortkenntnis geben wir nicht ab.

150–300 € Betriebskosten pro Jahr
Bei 8 Einwohnerwerten. Zum Vergleich: konventionelle SBR-Anlage gleicher Größe 290–470 €/Jahr.
1–3 Stunden Wartungsaufwand pro Jahr
Keine Bauteile, die alle paar Jahre erneuert werden müssen. Anlagen aus den 1990er-Jahren sind teils bis heute in Betrieb.
Keine Schmutzwassergebühr
Wer sein Abwasser selbst reinigt, zahlt keine öffentliche Schmutzwassergebühr. Eine Niederschlagswassergebühr kann je nach Kommune separat bestehen bleiben.
Eigenleistung möglich
Erdarbeiten und Teile des Baus können Sie unter unserer Bauleitung selbst übernehmen – ein Kostenhebel besonders für Landwirte und Selbstbauer.
Referenzen
Anlagen, die seit Jahren laufen

Emmerichshütte – 50 EW
Jugendheim, Gaststätte und Forstbetrieb auf einem Gelände im Landkreis Bad Kreuznach. Vollständig energieautark.

Eventgastronomie Schweiz – 30 EW
Karstgebiet auf 1.200 m ü. NN, strenge Grenzwerte, zwei Filter in Reihe geschaltet.

Hofgut Lich – 25 EW
Historisches Anwesen in Hessen, dezente Integration in den denkmalgeschützten Bestand.
Drei Fragen, die wir am Telefon am häufigsten hören
Stinkt das?
Nein. Der biologische Abbau läuft im Substrat, nicht offen. Bei keiner unserer Anlagen gab es bisher eine Geruchsbeschwerde.
Steht Wasser auf dem Beet?
Nein. Das Beet bleibt trocken begehbar. Sichtbar ist nur die Schilfvegetation.
Funktioniert das im Winter?
Ja. Die Mikroorganismen im Filter produzieren Eigenwärme. Auch in Höhenlagen über 1.000 Meter bleibt die Anlage funktionsfähig.
Kontakt
Erste Einschätzung in einem Telefongespräch
Sie planen ein Projekt ohne Kanalanschluss oder müssen eine bestehende Kläranlage ersetzen? Schildern Sie uns die Lage – Grundstück, Personenzahl, Behördenauflage. Sie bekommen eine ehrliche Ersteinschätzung, ob und wie wir Ihr Vorhaben unterstützen können.
oder direkt anrufen: +49 6004 - 91 57 275
Mo–Fr, 08:00–18:00 Uhr · info@naturklaeranlagen.de
